SKF Spindel-Blog

Wenn die alte Spindel nicht mehr will

Spindeln namhafter Hersteller verrichten oft jahrelang treu ihren Dienst – während einige Billigteile nur wenige Monate halten. Doch irgendwann ist für alle Schluss. Es muss eine Neue her. Die meisten Standardspindeln passen aber nicht in die alten Maschinen. Alltag für das S-Team der Spindelprofis.

Kürzlich rief ein langjähriger Kunde das S-Team der SKF Spindelprofis an. Er hatte seine Maschine umgebaut, wodurch sich das Drehzahlspektrum und der Schleifdruck geändert hatte. Seine 30 Jahre alte Spindel machte das nicht mit und blieb öfter mal stehen. Sie war zwar noch intakt, konnte mit den neuen Anforderungen aber nicht mithalten. Er brauchte eine Neue. „Die Herausforderung dabei war: Der Kunde wollte im gleichen Zuge seine Maschine so umrüsten, dass sie mit verschiedenen Drehzahlen laufen konnte“, erzählt Steffen May, Leiter des S-Teams im SKF Spindelservice Schweinfurt. „Das bedeutete für uns: Die neue Spindel musste mehr leisten als die alte. Somit musste die Leistung des Motors von 16 KW auf 31 KW erhöht werden.“

Ein Szenario, das fast schon Alltag ist bei den Spindelprofis. Die meisten Spindeln, die sie verkaufen, sind Einzelanfertigungen, die sie genau an die Wünsche ihrer Kunden anpassen. Das ist mehr Aufwand, als es scheint: Eine Spindel besteht aus etwa 70 Einzelteilen und Steckverbindungen, hinzu kommen noch rund 20 individuelle Fertigungsteile.

Der erste Testlauf zuhause

„Zunächst fahren wir zum Kunden hin und schauen uns vor Ort die Lage an“, beschreibt May den Ablauf. „Elektrischer Anschluss, Einbauraum, Motor: All das spielt für die spätere Konstruktion eine große Rolle.“ Anschließend führen die Konstrukteure die technische Berechnung durch und erstellen einen ersten Entwurf, den sie mit dem Kunden besprechen. Rund zwei Wochen dauert es im Durchschnitt, bis die komplette Konstruktion steht. Die benötigten Einzelteile werden kommissioniert und hergestellt, später bauen die Techniker die komplette Spindel zusammen. Danach kommt das wichtigste: Wie ein Auto benötigt auch eine Spindel eine Einlaufzeit, in der sie nicht zu hoch und nicht zu niedrig gedreht werden sollte. Um sicher zu gehen, dass ihre Spindel ihre Arbeit unter Optimalbedingungen aufnehmen kann, starten die Spindelprofis das Warm-up bei sich im Werk. Wird die Spindel vertikal oder horizontal genutzt? Wie hoch ist die Last? All das hat Auswirkungen auf das Laufverhalten. Zehn bis zwanzig Stunden dreht sich die Spindel testweise, bis sie zum Kunden geschickt wird. Aber auch danach lassen die Spindelprofis weder den Kunden noch ihre Spindel alleine: Sie unterstützen wenn nötig beim Einbau und sorgen dafür, dass sie auch im neuen Wirkungskreis rundläuft.

Pimp my Billigspindel

Nicht immer müssen alte Spindeln ausgetauscht werden, wenn sich die Voraussetzungen ändern. Viele lassen sich auch so modifizieren, dass sie nach dem Umbau einer Maschine weiterlaufen können. „Auch dabei fahren wir zum Kunden in die Produktionshalle und suchen nach der besten Lösung“, sagt May.

Und dann gibt es noch die Billigspindeln anderer Anbieter. Häufig halten sie nur drei Monate, dann muss eine neue eingebaut werden. „Wieviel Aufwand das ist, ist einigen Kunden vor dem Kauf nicht ganz klar“, erzählt May. „Sie fragen dann bei uns um Rat. Sofern es machbar ist, bauen wir die Spindel so um, dass sich ihre Laufzeit vervielfacht. Wir passen die Lagergenauigkeit an, überprüfen das Temperaturverhalten und optimieren die Schmierung.“ Wer vorher nur 200 Stunden schaffte, dreht nach dem Umbau gerne mal 8000 Stunden – und der Kunde spart sich den Neukauf.

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